Wie ich hier bereits schrieb, bin ich mit der Digitalisierung der analogen Bilder über den Scanner noch unzufrieden. Ich habe mich daher entschieden, eine eigene, kleine Digitalisierungsstation zu bauen, getreu dem DDR-Motto: »Aus Stuhl Gold machen!«. Meine Digitalkamera, eine Fujifilm HS20 EXR, sollte durch ihre monströse Auflösung ein deutlich besseres Ergebnis als der Canon-Scanner LiDE 20 ermöglichen. Die ersten Ergebnisse sehen auch recht vielversprechend aus.

Problem hier: Das Lichtquelle, hinter dem Negativ platziert, wirft Schatten. Was beim Fotografieren also zu dunkel ist, wird bei der »Entwicklung« am Computer zu hell, wie hier am rechten Rand ersichtlich wird. Das Licht muss daher irgendwie streuender und somit gleichmäßiger einfallen, jedoch nach Möglichkeit nichts von seiner Kraft einbüßen.

Zwei Stunden später: Durch langes Experimentieren ist eine kleine Softbox entstanden. Der Grundfehler bestand bis dato darin, die Lampe direkt hinter dem Negativ zu positionieren. Nun schwebt sie darüber, während ein aufrecht gestelltes Blatt Papier das Licht diffus und gleichmäßig zum Bild reflektiert. Dadurch ist die Lampe auch weit genug vom Filmstreifen entfernt, so dass ihre Hitze ihn nicht mehr verformt.
Interessanter Nebeneffekt: Fotografiere ich die Negative mit der größtmöglichen Auflösung von 16 Megapixeln ab, entsteht ein weitaus unschärferes Bild als bei 8 Megapixeln. Ein weiterer Beweis, dass diese Werte zuweilen nur Voodoo sind.

Die Versuchsanordnung besteht aus einer alten Pappschachtel, die hier als Negativ-Halter mit einem Loch fungiert, durch welche das Licht scheint und deren Ränder tricky gefummelt sind, so dass sie den Streifen halten. Die Lampe stammt aus einem Studio-Set, das ich einst für ein paar Euro bei eBay erstand; sie ist an ein Stativ geklemmt und schwenkbar. Als Stativ für die Kamera dient Kram, den jeder daheim hat. Den Funkfernauslöser habe ich auch aus eBaynesien; er erlaubt mir das Auslösen ohne die Kamera berühren zu müssen – ein wahrer Segen, d.h. es ginge auch ohne.
Das Grundsystem steht also. Nun geht es an die Präzisierungen, denn noch ist das Verschieben des Streifens mit einer Menge Umstände verbunden und die Ausrichtung prinzipiell eines: schief.