Sorry
Donnerstag, 24. Juni 2010
Wohlgeordnet stehen sie in Reih' und Glied, auf den Abmarsch wartend, weitsichtig komponiert, sich gegenseitig ergänzend, um die Schwächen des Anderen wissend, auf die Stärken des Anderen bauend, mit Bedeutung aufgeladen und ständig in der Lage, diese weit zu tragen. Kurz: Wenn ich etwas sage, sind die Formulierungen meist durchdacht, abgewogen und ordentlich gekämmt.
Dachte ich bisher.
Besser gesagt: Bis ich ein transkribiertes Interview von mir las:
Also ich war da, ich war da augenzwinkernd, deer aus Sochsn. Aber aber das war einfach nur, äh, also wenn ich, wenn ich praktisch, äh, Locken gehabt hätte, hätten die gesagt: Da kommt unser Rauschegoldengel oder wenn ich eensvierzsch groß gewesen wäre, dann hätten die gesagt: Guck mal, da kommt 'n Hobbit oder so. Also das war keen Thema.
Noch immer wundere ich mich darüber, dass ich noch nicht in einem Pflegeheim interniert worden bin. Brabbelnd. Sabbernd. Von Früher erzählend. Oder vom Kriech. Ist ja übel. Selbst Alkohol kann ich hier zur Verteidigung nicht anführen, war stocknüchtern an diesem Abend.
Tut mir leid, Menschheit. Werde mich ab sofort zurückhalten.
Keen Thema.
Gimmie Hope Joachim
Montag, 21. Juni 2010
Im Hinblick auf die an anderer Stelle bereits geleistete Aufarbeitung der musikalischen Nationalmannschaftsvergangenheit hier der meiner Meinung nach schönste Beitrag der aktuellen Saison:
Und nein, "Nur Italien nicht" und "Schland o Schland" sind nicht besser.
Eitel ist...
Samstag, 19. Juni 2010
...wenn man der Studenten-Zeitung der Universität ein Interview gibt. Und das dann im Netz allen erzählt.
Nachtrag (20. Juni 2010): Der Beitrag ist nun auch online lesbar. Vielen Dank an André.
Humpta! Humpta! Leitkultur!
Mittwoch, 9. Juni 2010
- 1966: Gute Freunde kann niemand trennen
- 1974: Fußball ist unser Leben
- 1978: Buenos Dias, Argentina - Udo Jürgens
- 1982: Ole Espana - Michael Schanze (Bonus: Gesang mit den Chorknaben selbst)
- 1986: Mexico, mi amore - Peter Alexander
- 1990: Sempre Roma - Udo Jürgens (Bonus: Wir sind schon auf dem Brenner)
- 1994: Far away in America - Village People (Bonus: Börti Vogts! - Stefan Raab)
- 1998: Running with a dream - Joey Tempest und Anna Maria Kaufmann
Und hier die Kandidaten noch einmal im Schnelldurchlauf!
Feministische Ethik
Dienstag, 8. Juni 2010
Es ist warm und stickig.
Und so sitze ich in einem Seminar. XY hat gesagt, dass... Höre Referate. Wichtig ist auch, dass sie sagt... Neben mir sitzt ein Zwerg, der ständig "Mädchenscheiß!" schreit, glücklicherweise bin ich der einzige, der das hören kann. Was sie damit meint, hab ich jetzt auch nicht so richtig verstanden... Ich schlage den Zwerg, damit er schweigt. Ja, bei den weiteren Ausführungen weiß ich jetzt auch nicht, ob das wirklich so relevant ist.... Ich habe aber keine Ahnung, weshalb ich das tue. Tief im Inneren aber beginne ich zu ahnen, dass er Recht hat. Ja, und das könnten wir ja auch mal diskutieren...
Aber vielleicht ist mir auch nur zu warm. Der Typ, der gerade im Anschluss an das "Referat" spricht Ich hab Klärungsbedarf!, trinkt fair gehandelten Tee To go aus dem Pappbecher. Der Zwerg verlässt seinen Sitzplatz und pinkelt ihm ans Bein. Ich lache. Alle sehen mich an und halten mich für einen Idioten. Womöglich zu Recht.
Aber vielleicht ist mir auch nur zu warm. Jemand schickt nun Hegel und Heidegger in den Ring. Doppel-H, das ultimative Horrorteam. Über den meisten Köpfen schwebt eine Wolke in Form eines Fragezeichens. Hegel schnappt sich den Gesunden Menschenverstand und fixiert seine Beine mit einem Sharpshooter; in der Zwischenzeit steigt Heidegger auf das oberste Seil und holt zum Double Elbow Drop aus. Der Gesunde Menschenverstand will aufgeben, schlägt panisch auf den Ringboden, doch Doppel-H interessiert das einen Scheißdreck. Erst als jemand Ich anerkenne euch als epistemische Erkenntnis! brüllt, lassen die beiden von ihrem Opfer ab. Es war der Zwerg. Wiedereinmal. Aber ich glaube, dass er schwindelt.
Aber vielleicht ist mir auch nur zu warm. Auf der Straße vor der Universität patrouillieren knurrende Höllenhunde. Ihre Wärter sitzen in kleinen Führerhäuschen. Sie sind auf der Jagd. Ahnungslose Radfahrer werden in unwegsames Gelände getrieben, straucheln dort und fallen marodierenden Aasgeiern zum Opfer. Das hat er nu davon! Is ja ooch keen Radweg! Der Zwerg eilt zu der Verletzten. Beide werden mit Parktickets beworfen und Einkaufstaschen geschlagen. Ich schnappe mir eine der humorlosen Feministinnen und klinke sie aus der viereinhalbten Etage aus; die Hauptwasserleitung der Stadt bricht. Experten schätzen, dass das Wasser noch 150 Tage lang anschwellen wird und alle durch die Nase atmenden Erdbewohner töten wird.
Außer Zwerge.
Ja. Mir ist definitiv zu warm.

