All you need ist Mettwurst
Freitag, 19. Februar 2010
Liebe. Feine Sache das.
Liebe im Büro. Auch nicht schlecht.
Liebe im Büro mit einem Kollegen. Knifflig.
Liebe im Büro mit einem Kollegen hinter einem großen Fenster. Gewährt Einblicke.
Liebe im hell erleuchteten Büro mit einem Kollegen hinter einem großen Fenster gegenüber dem meinem. Zeigt, dass es in puncto Scham keinerlei Unterschiede zwischen Teenagern und Mittdreißigern gibt.
Es geht nichts über die gehetzten Blicke eines Menschen, der im Zustand der Ertapptheit nach Zeugen sucht, die er nicht haben will.

Förderung
Donnerstag, 18. Februar 2010
Die Professorin fängt mich auf dem Weg zum Klo ab. Sie will, dass ich ins Ausland fahre.
"Das ist eine wunderbare Gelegenheit! Sommerakademie! Sie bleiben eine Woche, wohnen im Haus des Dichters D. und das alles für umgerechnet nur 50 Mark! Äh, Euro."
Ich entgegne ihr, dass mir die Zeit wie Sand durch die Finger rinnt, mein Studium dem Scheitern näher als dem Gelingen steht, von meinen familiären Verpflichtungen und der notwendigen Finanzierung einer solchen Reise einmal abgesehen.
"Ach?! Da hab ich was für sie! Hier," *zack* "YXZ-Stiftung! Fragen Sie doch mal wegen eines Stipendiums an!"
Stipendium? Also eine Förderung für hervorragende Studienleistungen? Ich? Dem unter jede Arbeit ein Fachlich naja, aber wenigstens kurzweilig zu lesen geschrieben wird?
Sie versichert mir, dass ich kaum mehr zu tun brauche, als die Bewerbung abzusenden. Um die benötigten Beurteilungen und Gutachten will sie sich kümmern. Dabei habe ich nicht eine einzige Seminarminute bei ihr verbracht, lediglich kleinere Geplänkel auf dem Gang des Instituts lassen auf eine ungefähre Äquivalenz unserer Interessensgebiete schließen.
Wie kleine Pfeile fliegen mir ihre Ausrufezeichen um die Ohren. Angetrieben von der Euphorie des Mentorentums zischen die kleinen Geschosse nach meiner Unentschlossenheit und treiben mich in eine ausweglose Situation.
Zudem könne sie noch bei einer anderen Professorin Werbung für mich machen, ja, das könnte sie. Wirklich! "Wenn es jemand verdient hat, dann SIE! Wie viele sind im Fachschaftsrat und hängen dort nutzlos bei Versammlungen ab?!" Mir wird schwindlig. "Und was sie hier für ein Taschengeld für das Institut leisten! Sie stellen sich in den Dienst einer Allgemeinheit, die es kaum angemessen zu würdigen weiß!"
Ein Jucken auf der Oberlippe lässt mich nach einem sprießenden Albert-Schweitzer-Bart tasten. Nichts zu finden. Angemessen. Würdigung. Allgemeinheit. Noch einen dieser Sätze und wir können das Licht im Zimmer löschen, weil mein Heiligenschein das komplette Viertel illuminiert.
Zum Glück fragt sie mich am Ende nach den PDF-Dateien. In diese hat ihr alter HiWi wichtige Kongresspapiere gescannt - als Grafiken. Und nun braucht sie das Ganze als DOC-Datei. Dummerweise ist sie aber mit der Handhabung eines Texterkennungsprogramms überfordert, so dass sie mir diese Aufgabe angetragen hat.
"Nein, ich bin noch nicht dazu gekommen", antworte ich ihr.
"Melden sie sich, wenn sie es soweit haben, ja? Und diesen Flyer, den können sie ja mal mitnehmen."
Sie dreht sich um, das ist mein Zeichen für den Abgang. Ich atme auf. Nicht auszudenken wie es um die XYZ-Stiftung bestellt sein müsste, wären ihre Stipendiaten tatsächlich kaum mehr als ich: Eine quer-privilegierte Fußhupe.
Die aber wenigstens einen Nerd-Job stemmen kann.
Flohbude. Jetzt auch in preisgekrönt.
Dienstag, 16. Februar 2010
August 2009: Eingeschlafen. Aufgewacht. Hingeschrieben.
Oktober 2009: Nochmal Angesehen. Für würdig befunden. Eingeschickt.
Februar 2010: Bescheid bekommen. Büchergutschein gewonnen. Plus öffentlicher Lesung.
Oder:
Leipzig (flb). Beim Kurzprosa-Wettbewerb der halbjährlich erscheinenden Germanistenzeitschrift "Gerhardt" errang die Story "Schmidtchen" des aufstrebenden Absteigers Hansi den dritten Platz. In einer ersten Reaktion gestand der Autor, dass er sich freue: "Irgendwie. Ich kann es noch gar nicht fassen, ich habe nämlich noch nie etwas gewonnen. Den Büchergutschein werde ich bei eBoy verticken und mir vom Erlös ein Besäufnis mit anderen Reudnitzer Autoren gönnen. Vielleicht auch Nutten."
Unbestätigten Gerüchten zufolge soll Bernd Birkinger an den Filmrechten interessiert sein. Auf Nachfrage dementierte dieser zwar, jedoch sollen die einschlägig bekannten "Skandalrapper" Jiu-Jitsu ("Sonnenbankgeschmack") und Sidolin ("Spiel mir das Lied von der rektalen Penetration") für März diesen Jahres ein sächsisches Sprechtraining angemeldet haben.
Metropolis, Popo-polis
Freitag, 12. Februar 2010
Was soll man sagen: Der Film ist das Genom des modernen Science-Fiction-Kinos. Monströser Aufwand, der einen barocken Nachgeschmack hinterlässt und auf jedes Gebot der Sparsamkeit pfeift. Aber sei's drum. Religiöse Verbrämung? Kennt man aus Matrix. Cliffhanger-Schnitt im flutenden Wasser? Titanic lässt grüßen. Hero to the rescue? Davon lebt Batman. Und das nicht schlecht.
Aber: Die Musik. Nur dafür lohnt es sich schon die 147 Minuten durchzuhalten. Das war richtig groß. Danke.
Hegemania
Donnerstag, 11. Februar 2010
Hegemann plädiert bei Harald Schmidt wortreich auf Welpenschutz. Warum schreibe ich das? Wahrscheinlich bin ich bestürzt über das applaudierende Publikum; keiner der sich zu einem Buuh hinreißen lässt.
