I will survive
Montag, 12. Juli 2010
Immer wieder erhebend an solchen Videos ist das Lamento der Nazis, dass man ihnen solch eine Performance übel nähme. Irgendwie. Oder wie unsere ewig vom bolschewistischen Weltjudentum verfolgten Braunhirne sagen würden:
Was man wohl als Nichtjude zu vergegenwärtigen hätte, würde man nach dem gleichen Titel an den gleichen Schauplätzen eine ähnliche Tanzdarbietung abliefern?
Halloren Kugeln in Himbeer-Joghurt
Donnerstag, 1. Juli 2010
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...und es senkt sich das Leben hernieder wie ein Musikstück für Cello in Moll. Traurigkeit wechselt sich mit Sehnsucht ab, das Muster entspricht einem Schachbrett (Dunkel-Hell-Dunkel-Hell-Dunkel). Dabei ist doch Sommer, die Zeit des Lichts, die Zeit ohne Schwermut.
Dann gehst Du auf ein Fest, eher aus Höflichkeit denn als eigenem Antrieb, und siehe da, es wird gut. Kurz bevor Du ankommst, läuft Dir ein Bekannter über den Weg, ihr seht euch später wieder, verbringt den Rest des Abends miteinander, redet über Worte und Wörter, Geschriebenes und Gesprochenes, ein Kaffee erkaltet an eurem Tisch, auch egal, und es ist warm.
Wie immer trinkst Du zu viel, was heißt "zu viel"?, na ja, zu viel um später noch mit dem Rad heimfahren zu können, ist aber auch egal, dann schiebst Du halt. Wenn Du schon dabei bist, kannst Du dem Geburtstagskind auch noch einen ausgeben, fünfundzwanzig, Herzlichen Glückwunsch, echt jetzt, ich weiß noch wie das damals bei mir war und so weiter.
So langsam löst sich die Feier auf, die Band ist schon lange gegangen, der Poetry-Slammer mühte sich redlich aber erfolglos, auch egal, denn es ist Sommer und wer will da schon schwermütig sein. Du bietest dem redlichen, aber erfolglosen Rezitator einen Drink an, doch umsonst, er muss weg, obwohl er gar nicht muss. Eine junge Frau setzt sich an Deinen Tisch, lobt Dich für das, was Du reinen Herzens mit Leichtigkeit tust. Es wird heller. Auch weil jemand einen Baustrahler angeschalten hat.
Später, auf dem Quasi-Heimweg, verhandelst Du noch mit dem Geburtstagskind die Stätte des finalen Absackers. Aus einem sanierten Altbau lallt ein vercordhoster Depp.
"Ist dann vielleicht mal bitte Ruhe da unten?!"
Du antwortest mit einem Ja, und zwar genau dann "...wenn Du Dich in deine Hütte verpisst und das Maul hältst". Der Weichkeks jammert noch etwas herum, Du legst nach. Er solle sich doch bei Christian Wulff beschweren, der sei ab heute für Sitzpisserwehwehchen zuständig; außerdem solle der Scheißer doch wenigstens so oft schon gepisst wie Du gefickt haben, bevor er sich sein Heulen Dir gegenüber anmaßt. Du fühlst Dich wie ein englischer Hooligan nach der Sperrstunde im Körper von George Clooney. Dir kann nichts passieren. Du weißt es, die Welt weiß es. Nur der Pisser nicht. Aber dafür ist er schließlich Pisser geworden.
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Zusammengeborgte Möbel. Ein Grußkartenständer auf der Suche nach Beachtung. Von den beiden Pissoirs funktioniert nur eines wie vorgesehen, im anderen gären Zigarettenstummel in gelber Soße. Drei Bier auf dem Tisch als Du zurück kommst. Trinken. Reden. Weisheiten. Aphorismen. Große Bilder. Haltungen. Posen.
"Weißt du, wie der Fluss heißt, aus dem später mal die Niagarafälle werden? Nein? Ich auch nicht, aber den beschissenen Wasserfall kennt jedes Schwein. Verstehst du? Brüche! Darauf kommt es an! Nicht so'n schlappes Plätschern, sondern das Stürzen, die Kante, der Moment der Gefahr!"
Worte eines wahren Feiglings. Dennoch. Sie meint, das klänge super, und verspricht, es sich zu merken. Sie ist zwar betrunken, womöglich noch betrunkener als Du selbst, aber das ist egal, denn es ist Sommer, und es ist warm. Ja, ihr bringt sie noch nach Hause, Ehrensache, selbstverständlich, es liegt ja auf dem Weg, nein, fahren kann keiner mehr von euch, will man ja auch nicht. Sie ist dankbar, auch später noch, denn sie ist ein feiner Kerl, war sie schon immer.
Wäre Leibniz wirklich solch ein Genie, hätte er Monaden erfunden, die sich wie Waschbecken verhalten und bedienen lassen sowie an der Plantane wachsen, die Du gerade als Klo benutzt. Und: Möglichkeiten zu Geldverschwendung gibt es viele. Die lächerlichste ist aber der Versuch, eine Studentin sturmreif abzufüllen, ohne zu bemerken, dass es sich um eine Lesbe handelt, die darüber hinaus auch noch in Begleitung auf dem Fest war. Aber egal, schließlich ist es Sommer und warm. Die Straßen versöhnen sich mit dem Universum.
Während das Geburtstagskind und Du über Nachtbusse nachdenkt, wird es immer mehr Heimat. Trennung, bis morgen oder wenigstens bald, mach's gut, war toll. Dein Hinterhof ist eine Oase, der Hausflur angenehm kühl, die Briefkästen akkurat mit Werbemüll verstopft, die erste Etage praktisch nicht existent, die zweite mit dem Geruch einer blühenden Porzellanblume geflutet, die dritte das Ziel. Es ist Sommer. Und du bist. Daheim.
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Zur geflissentlichen Kenntnisnahme
Sonntag, 27. Juni 2010
4 : 1
Ausrufezeichen. Und danke an die Torlinie Gottes.
Vuvuzela-Content
Sonntag, 27. Juni 2010
Spielstand nach 90 Minuten: Deutschland 1 - England 1. In der Verlängerung trifft der eingewechselte Kießling zum 2:1. Kurz vor deren Ende gleicht Rooney aus. Aber leider, leider: Abseits.
Zehn Minuten später beschließt das deutsche Kabinett eine Mehrwertsteueranhebung auf 25 Prozent, die Verlängerung des Afghanistanmandats um 2 Jahre, Studiengebühren von 500 Euro pro Semester und Kindergartenjahr sowie die Einführung der Kopfpauschale.
Zwanzig Minuten später nominiert die Partei der bibeltreuen Christen Dieter Bohlen zu ihrem Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl. Gegen diesen schicken die NPD-Kader Waldi ins Rennen, einen Rauhaar-Teckel-Shi-Tzu-Rüden, dessen Abstammung bis auf Blondie zurückverfolgt werden konnte. Von Horst Mahler persönlich.
Dreißig Minuten später gründet David Hasselhoff eine Stiftung, die Sterbehilfe nun auch für Lebende anbieten will...
(Wird Zeit, dass es 16 schlägt, echt gezz.)
An meine Neider
Samstag, 26. Juni 2010
Mein phänomenales Aussehen ist nicht von Gott gegeben, nein, vielmehr handelt es sich um auf Körperpflege kanalisierte Prokrastination.
(Aus der Serie: Wie ich den Krieg gewann und Germanys Next Topmodel wurde.)
