Wie man einen Nazi seziert
Dienstag, 26. Januar 2010
Ok, die Lage ist wie folgt: Auf die Frage, was Satire so darf, rufen die meisten Halbgebildeten ALLES!. Darunter auch die vielen Vollhonks, die nicht begreifen, dass Satire nicht nur alles dürfen darf, sondern auch alles sollen soll.
Es geht also um Rechte und Pflichten. Es besteht das Recht der spitzen Feder, des gekonnten Bonmots, der eleganten Verballhornung. Aber auch die Pflicht der Würdebewahrung und der Demaskierung. Denn nur die ist effektiv. Alles andere macht Hofnarren zu Märtyrern.
Wie das genau angestellt werden sollte, zeigt uns Kaiser Robert Heinrich I., der allen, die sich allzu voreilig dem Abgesang auf die Alpenrepublik anschließen wollen, zeigt, dass in Österreich noch nicht alles verloren scheint. In seine Sendung "Wir sind Kaiser" (nicht zu verwechseln mit der BILD-Schlagzeile "Wir sind Papst!") lud er sich anfang diesen Jahres den FPÖ-Politiker HC Strache ein.
Für die provinzpolitisch Unbewanderten unter meinen beiden Lesern: Strache ist eine Mischung aus Naddel, Adolf Hitler und dem Geruch einer Darmspülung. Wenn auch eine sehr telegene.
Und das ist für euch, die ihr euch da draußen als Lästermäuler über die Kleinigkeiten der besitzstandwahrenden Lokalpolitiker mokiert, die ihr fiktive Charaktere aus Problembezirken darstellt oder permanent Mario Barth seid: Lernt daraus. Oder schweigt.
Für immer.
Amen.
(Und wer danach mal noch schnell 'nen Schwulenwitz reißen mag, dem sei dieses Video empfohlen. Ab Minute 6:50. Lachen's ruhig. Es sind schließlich ja nur die anderen...)
