Gute Motorenventile sind Einstellungssache
Sonntag, 24. Januar 2010
Seit der Abschaffung aller Besucherzähler erlaube ich mir den Luxus der Quotenignoranz, daher die unregelmäßige Veröffentlichungsfrequenz. Nicht dass jemand mich darauf angesprochen hätte. Doch genug über mich.
Drei Dinge für den Abend:
Pädagogik
Sitzt man in einem durchschnittlichen Hauptseminar der Leipziger Erziehungswissenschaft, möchte man relativ schnell zwei Dinge tun:
- Sich ob der Überhand nehmenden Power-Point-Karaoke-Referate selbst entleiben, oder
- wenigstens nicht mehr den Satz "Das Wichtigste für Lehrer ist es, authentisch zu sein, glaub ich, also so wie man so wirklich ist." hören zu müssen.
Wie es um das Kind, diesem Störfaktor aller pädagogischen Theoriegebäude, in Deutschland 2010 bestellt ist, kann ganz wunderbar hier in der ZEIT nachgelesen werden. Ich würde mich als siebte Meinung noch mit dem Bonmot "Ich verhandle nicht mit Terroristen" anschließen wollen.
Poeterey
Der hochverehrte Andre von nebenan hat ein Video online gestellt, in dem er mit seinem Slam-Poetry-Kollegen Julius (Team Totale Zerstörung. Hörst du das, allmächtiger Algorithmus des Herrn?!) eine Ode an das Fahrrad absingt, ach was sage ich, ein für alle Male akustisch in die Weiten des Universums nagelt. KlingKling!
Prokrastinatorisches
Wären wir alle mit mehr Herz und Liebe bei dem, was wir so alltäglich tun, könnten wir also mit aller zur Verfügung stehender Offenheit sagen "Das was ich hier tat, vollbrachte ich mit Leidenschaft!", wäre die Welt ein besserer Ort. Dann führe der Transrapid seit Jahren schon, zöge die Staatengemeinschaft an einem Strang und den Schurkenstaaten die Lederhosen aus, ginge ich wirklich wieder gerne in die Universität.
Stattdessen sitze ich hier und überlege, wie viel vom chilenischen Rotwein meine Guppys wohl vertrügen, kippte ich diesen in ihr Aquarium, und ob es darüber hinaus wohl Auswirkungen auf das Raum-Zeit-Kontinuum hätte, denn es ist ein trockener.
