Hegel

Donnerstag, 20. November 2008 ~ Kommentier mich...(0) ~ Twitter mich...

Ein Satz aus "Glauben und Wissen":

Die Religion teilt mit dieser Philosophie der absoluten Subjektivität so wenig ihre Ansicht, daß, indem diese das Übel nur als Zufälligkeit und Willkür der schon an sich endlichen Natur begreift, sie vielmehr das Böse als Notwendigkeit der endlichen Natur, als eins mit dem Begriff derselben darstellt, aber für diese Notwendigkeit zugleich eine ewige, d. h. nicht eine in den unendlichen Progreß hinaus verschobene und nie zu realisierende, sondern wahrhaft reale und vorhandene Erlösung darstellt und der Natur, insofern sie als endliche und einzelne betrachtet wird, eine mögliche Versöhnung darbietet, deren ursprüngliche Möglichkeit, das Subjektive im ursprünglichen Abbilde Gottes, - ihr Objektives aber, die Wirklichkeit in seiner ewigen Menschwerdung, - die Identität jener Möglichkeit und dieser Wirklichkeit aber durch den Geist als das Einssein des Subjektiven mit dem Mensch gewordenen Gotte, also die Welt an sich rekonstruiert, erlöst und auf eine ganz andere Weise geheiligt ist, als daß in dem Ideal der moralischen Weltordnung die Vulkane usw. nicht immerdar so bleiben, wie sie noch sind, daß jene nach und nach ausbrennen, die Orkane zahmer, die Krankheiten weniger schmerzhaft, der Dunstkreis der Wälder und Sümpfe verbessert werde usw.; und weil in der Religion die Welt ihrem Wesen nach geheiligt ist, so wird sie nur für die Beschränktheit des Erkennens, die empirische Anschauung und das eigene Zwecksetzen als ungeheiligt, die vollkommene Anschauung und die ewige Seligkeit aber ausdrücklich jenseits der Beschränktheit gesetzt, der Beschränktheit, welche in der moralischen Weltordnung immanent sein und zu deren Behuf sogar die Vulkane ausbrennen, die Erdbeben zahmer werden usw., die Völker einander nicht mehr mit Krieg überziehen, noch ausplündern [sollen] usw., und die schlechthin bleiben soll.

Freudlos, aber Zeilengold. Verstehen tu ich es trotzdem nicht...

Box!

Montag, 10. November 2008 ~ Kommentier mich...(0) ~ Twitter mich...

Wochenende: Langeweile im TV. Fürs Zubettgehen aber noch zu zeitig. Zapping. Boxen.

SIe so: "Für mich ist das nur brutales Rumgekloppe. Ich weiß gar nicht, was alle daran so toll finden."

Ich so: Technik; Archaisches Verhalten, kanalisiert in zivilisiertes Regelwerk; Abschreiten der letzten Grenze menschlicher Belastbarkeit, dann Rückkehr ohne Hass zum Miteinander; philosophischste Sportart von allen; größter Beweis menschlicher Freiheit - sich fast tot prügeln, kurz davor aber aufhören können und wollen.

SIe so: "Hm."

Typisch für den Philosophierenden: Er lässt andere für sich tun und leitet dabei seine Theorien ab. Und eine aus zwei Buchstaben bestehende Antwort entlarvt ihn als Schwätzer, der krampfhaft die Keilerei zu rechtfertigen versucht. Aber hey: Die hymneintonierenden Cellospielerinnen mit Playback zu versehen waren wirklich albern.

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