Der Fänger im Roggen

Dienstag, 30. Oktober 2007 ~ Kommentier mich...(3) ~ Twitter mich...

Wenn die Dosis das Gift macht, muss man wirklich gute Bücher sehr niedrig dosieren. Es ist zum Beispiel absolute Zeitverschwendung, The Catcher in the Rye zu lesen und danach in ein Seminar zu gehen, das von einem offensichtlichen Trottel geleitet wird. Ich werde die verlorene Zeit niemals wiedergewinnen, die der institutionelle Rahmen "Universität" mir unter dem Vorwand Bildung abgeluchst hat. Nur um zu erfahren, dass ich die Vorsilbe un- falsch betone, spreche ich sie langgezogen aus.

"Aber wenn ich inmitten des Gedichtes auf das Wort treffe und hier ein rhythmischer Akzent liegt, der betont werden will?"

"Nein. Hier geht es nicht um Literaturrr oder Lyrrrik, alles was zählt, ist die korrrrrekte Phonetik. Immerrr!"

Zum Glück kamen die entscheidenden Worte in Der Fänger im Roggen erst nach diesem Seminar:

Das Kennzeichnen des unreifen Menschen ist, dass er für seine Sache nobel sterben will, während der reife Mensch bescheiden für eine Sache leben möchte.

Recht hat er. Der Typ kann froh sein, dass ich nicht gerade American Psycho gelesen habe...

Abschwung Ost - Erster Akt

Sonntag, 28. Oktober 2007 ~ Kommentier mich...(2) ~ Twitter mich...

"Des sieht ja grad so aus, als würd de Willi de Makkarena tanze!"

"Naa, des ist doch net de Makkarena, des is de Lambada!"

"Ach watt! 'Türlich is des de Makkarena, der geht doch so un so un so!" (Hüftsteifes Herumgehops)

"Na abber isch hätt schwöre könne, dass des de Lambada is, abba wirklisch..."

"Hast halt kei Ahnung!"

"Abber du oder was?"

"Ei weist, isch könnt jez glei widder heimfahre, Lambada odder Makkarena, is do jetz ach egal!"

"Abber du hast doch angefange mit dei blöde 'Des sieht ja grad wie de Makkarena aus!'..."

Nicht auszudenken, wie viele Touristen derart verstritten die Heldenstadt direkt nach dem Betreten des Bahnhofsvorplatzes wieder verlassen.

Elysium

Sonntag, 28. Oktober 2007 ~ Kommentier mich...(0) ~ Twitter mich...

Wo Streicher über Maisfelder klingen, Klavierhämmer sanfte Küsse einer liebevollen Mutter auf den Strahlen einer wärmenden Sonne durch die Zweige eines Baumes schicken. IHRE dunkle Stimme zu hören. Das macht mich gewiss, alles was ich brauche schon dort zu haben. Und ich musste nichts weiter tun, als SIE zu finden. Ab hier nur noch Ewigkeit. Ohne Schuld. Auf einer Wiese unter der riesigen Kastanie.

Oft frage ich mich Wofür? und erhalte Antworten. Nein. Das vermag Biochemie nicht zu leisten. Das ist mindestens Magie.

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Samstag, 27. Oktober 2007 ~ Kommentier mich...(3) ~ Twitter mich...

...ist so ein Alter, in dem man

  • beginnt, Pu der Bär zu lesen, das auch öffentlich zugibt, überhaupt einen neuen Zugang zu Kinderliteratur findet, sei es auch nur nach dem Verwertungskriterium "Vorlesbar als Einschlafgeschichte".
  • sich fragt, wer eigentlich die alten Leute auf den Familienfotos sind. Nur um dann festzustellen, dass es die eigenen Eltern waren. So alt wie man jetzt selbst.
  • sich entscheiden kann, gesellschaftliche Anforderungen zu erfüllen. Oder auch nicht.
  • sich nicht entscheiden kann, ob man der präsenilen Bettflucht oder dem juvenilen Langschlafbedürfnis frönt. Wahrscheinlich beidem. Gleichzeitig.
  • Hüte statt Mützen trägt.
  • seinen Frieden mit der Welt machen kann, und noch genug Zeit hat, diesen auch zu genießen.
  • jedem misstrauen sollte, der Sätze mit man formuliert.

Don Hypochondro

Mittwoch, 24. Oktober 2007 ~ Kommentier mich...(0) ~ Twitter mich...

Vermutlich sterbe ich gerade. Seit gestern läuft mir die Nase auf diese typisch herbstliche Art, und heute morgen erwachte ich micht einem Kopf, der sich anfühlt, als sei er auf das zehnfache angewachsen. Es war nett mit euch. Begrabt meine Nase an der Biegung des Flusses und sagt meiner Frau, dass ich sie lie ... *Haptschi* ... be.

Theatralik und Schnupfen vertragen sich nicht.

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Dieser Beitrag stammt von der Internetseite http://www.flohbu.de und wurde am 6. Juli 2009, um 22:28 Uhr ausgedruckt. Alle Inhalte unterliegen der Creative Commons Lizenz. Es ist Ihnen gestattet, das Werk zu vervielfältigen, zu verbreiten und öffentlich zugänglich zu machen. Zu den folgenden Bedingungen: