Assoziationscluster
Samstag, 29. September 2007
- Bendlerblog
- Monika Lierhaus als Gabriele Pauli der ARD - Nur echt mit BH obendrüber
- "Zwei Scotch später war er sich sicher: Dieser Torf ist nicht umsonst gestorben."
- Als Asthmatiker Venlo kennen sorgt für Verwunderung.
- Konrad kocht Korkonzolasosse.
- Wenn Peer Kluge per Kopfball zu Per Mertesacker passt, ist das nichtzwangsläufig pervers.
- Gesundheitstipp: Wenn man den Verdacht hat, dass man vom Mossad abgehört wird, sollte man aus Solidarität am Ende jeden Gesprächs "Masseltov!" rufen. (Hört man dann eine verkniffene Antwort, muss man nicht wegen paranoider Schizophrenie zum Arzt.)
Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen!
Medien und Psyche
Donnerstag, 27. September 2007
Wenn Killerspiele der allgemeinen Diskussionslage nach gewalttätig machen:
- Wird man dann durch Pornos schwanger?
- Während Sportübertragungen schlank?
- Bei Zeichentrickfilmen zum Stricher?
- Nach Kochsendungen satt?
- Oder Arztserien gesund?
Ideen für Second Life & Co.
Mittwoch, 26. September 2007
Einrichtung eines Beauftragtendienstes der öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten. Finde den Gedanken reizvoll, bei deutschen SL-Usern anzuklopfen und nach neuartigen Rundfunkempfangsgeräten wie PC usw. zu fragen.
Alternativ: Bestatter für getötete Ego-Shooter-Figuren, inklusive Seelsorge und Munitionsverkauf.
Oder: Vertreter für City-Tunnels und Magnetschwebebahnen. (Ach nee lass mal, jetzt wird's absurd. Als ob irgendein vernünftiger Mensch so etwas kaufen würde...)
Die fünf Mailgebote
Dienstag, 25. September 2007
Im Jahr 2009 ist es zur Sitte geworden, den Großteil seiner Kommunikation via E-Mail zu erledigen. Zur Unsitte hingegen, dabei jedweden Stil oder auch nur ein bisschen Form einzuhalten. Daher hier jetzt die fünf Gebote der ordentlichen E-Mail-Schreiberei.
I - Du sollst nicht den gesamten Mailtext zitieren!
Wenn jemand auf einen 100 Wörter umfassenden Absatz mit einem Vollzitat antwortet und darunter etwas wie "Geht in Ordnung" oder "Alles klar" schreibt, verdient er sich damit 100 Jahre Schwefelschippen im 7. Kreis der Hölle.
Original von Hansi, 24.9.05:
> Du sollst nicht den gesamten Mailtext zitieren!
>
> Wenn jemand auf einen 100 Wörter umfassenden
> Absatz mit einem Vollzitat antwortet und darunter
> etwas wie "Geht in Ordnung" oder "Alles klar" schreibt,
> verdient er sich damit 100 Jahre Schwefelschippen
> im 7. Kreis der Hölle.
Dem stimme ich zu!
II - Du sollst kein TOFU produzieren!
TOFU ist ein Akronym und bedeutet "Text Oben, Fullquote Unten", also dass ein selbstverfasster Antwort-Mail-Text über der zu beantworteten und komplett zitierten Mail steht. Verschärfte Exemplare der Mailketzer nehmen in der TOFU-Variante nicht mal direkt Bezug zum unten Zitierten! Das sieht dann folgendermaßen aus:
Treffen wir uns um Sechs?
MfG
Amadeus Schubelgruber
Original von Hansi, 24.9.05:
> Du sollst nicht den gesamten Mailtext zitieren!
>
> Wenn jemand auf einen 100 Wörter umfassenden
> Absatz mit einem Vollzitat antwortet und darunter
> etwas wie "Geht in Ordnung" oder "Alles klar" schreibt,
> verdient er sich damit 100 Jahre Schwefelschippen
> im 7. Kreis der Hölle.
III - Du sollst ein aussagekräftiges "Betreff" wählen!
Die Betreff-Zeile einer Mail sollte den Empfängern in zusammengefasster, sinfälliger Form davon informieren, worin es in der Mail geht. Hier eine kleine Auswahl, wie man es nicht machen sollte:
- N290605161020 D13 FN PK1120 w3001 B43013 M001
- wieder Frage
- von Mario
- Hallo Bruderherz
- Re:
- Mojn
- Halli Hallo
- HIIIILLLLFEEEEEEEEEEEEEEEEE!
Das Schlimme hieran ist, das lauter solche Mails in meinem Mail-Programm abgespeichert sind und natürlich alle ganz dringend sind.
IV - Du sollst bei Massenmails BCC benutzen!
Manche Leute haben turnusmäßig das Bedürfnis, unschuldigen Adressbuchbewohnern "supertolle" Bilder oder PowerPoint-Präsentationen via Mail zu senden. Unabhängig wie man dazu steht, sieht man sich und 119 andere E-Mailadressen im Empfängerfeld seines Programms, denn für viele Absender ist die Zeile "BCC" ihres Mailprogramms nur unbedeutendes Beiwerk.
Dabei hat sie einen unschlagbaren Vorteil gegenüber der massenhaften Angabe von Mailadressen im Empfängerfeld. Steht nämlich eine Adresse im Empfänger und die restlichen 119 im BCC, erhält jeder eine Mail in der nur seine Adresse steht. Das ist sinnvoll, wenn man dem Abteilungsleiter verheimlichen will, dass der Bereichsleiter ebenso die "Dicke-Möpse.pps" erhält.
V - Du sollst keine Kettenbriefe weiterleiten
Kettenbriefe sind eine Seuche, die nicht in den Griff zu bekommen ist,
solange berufsbetroffene Anwender jeden noch so debilen Mist mit Bitte
um Weiterverteilung an x Personen schicken. Meine Top3 hierbei sind:
- "Gemein! Böser Forscher züchtet Katzen in Flaschen! Helft dem Tierschutz!" (Auch bekannt als "Bonsai Kitten")
- "Knochenmarkspender gesucht!"
- "Last will - A little girl dying of cancer" - Letzter Wille eines an Krebs sterbenden Kindes (Natürlich ein Fake)
Witzigerweise werden Virenprogramme und Firewalls immer besser, sitzt aber die Schwachstelle des Rechners 30 cm vorm Monitor, wirken auch die besten Sicherheitsvorkehrungen nichts!
Wer mehr zum Thema "Wie schreibe ich schlechte Mails?" erfahren möchte, wende sich bitte an Kasper-Online zum Zwecke des Selbststudiums. Achso: Wer diesen Link in Zukunft von mir in der Signatur mitgeschickt bekommt, darf dies als Hinweis auf unakzeptables Formverhalten werten.
Danke. Und nun weiter mit Musik!
Kinderfest bei REWE
Montag, 24. September 2007
Wer kennt nicht diese Personen, deren Begegnung man überall zu vermeiden sucht, weil sich ihr Benehmen hinter jeder Toleranzgrenze bewegt? Die Kretins dieser Welt, die es noch immer für ü-belst kuuhl un so halten, ihre Kinder Schandall oder Tschastin zu benamen? Die fast kahl rasierten Vatis mit stierem, rotunterlaufenem Blick? Die gepiercten, arschgeweihten Rauchermuttis? Kommt zu diesem Panoptikum auch noch ein Aussetzer der weisen Voraussicht, entwickeln sich für den nun geläuterten Blogger Angstträume, gegen die Kafka wie ein Sanguiniker wirkt.
So am gestrigen Sonntag: Lange angekündigt wurde es ja, das REWE-Kinderfest auf dem Alten Messegelände. Genug Zeit also, um sich der Konsequenzen bewusst zu werden, die erbarmungslos auf uns warten würden, besuchten wir eine Veranstaltung eines Lebensmittelsdiscounters. Aber die Sonne lockte und die Frau Liebste brauchte Lernzeit daheim - So machten sich der infjektziöse Filius und ich auf den Weg.
Ankunft Messegelände
Hätte es uns verwundern sollen, dass uns zwei Ecken vor der eigentlichen Veranstaltung mehrere adipöse Frauen mit ihren noch viel adipöseren Kindern entgegenkamen? Mit Bratwürsten? Und Zuckerwatte? Gleichzeitig? Gewwin, gomme jezz her, isch sachs dir nisch nochemal! Der arme Junge konnte aber nicht so schnell, musste er doch neben den Speisen noch seinen Gameboy bedienen - Dafür muss man schonmal Verständnis haben, wie sonst sollen wir denn unserer IT-Lücke schließen!
Noch hundert Meter. Massen von Eltern stapeln sich vor der Hüpfburg, demografisch korrekt portioniert die Kinder darin. Hin und wieder springt eine Mutter hinein, um dem diggn Dreggbeen ma paar zu glatschn!, weil es beim ordnungsgemäßen Pogo-Hüpfen der kleinen Prinzessin die Eiswaffel aus der Hand geschlagen hat. Das lässt sich die Mutter des "Dreggbeens" (auf Deutsch: Dreckbein) nicht bieten: Wie von der Tarantel gestochen springt sie hinterher, um ebenfalls dem missratenen Nachwuchs die Leviten zu lesen. Wie er sie denn so blamieren könne? Bis jetzt wars ä schöner Tach und du machst alles gabudd, wie dei Aldor, mache dich jezz raus hier, mir fahrn heeme wennde disch nisch benehm gannst...
Entvölkerte Stände gibt es auch. Angeboten werden hier Milch und Wasser. An der Bratwurstschnitzerei Senf oder Ketchup? - Beedes! hingegen Schlangen wie beim Begrüßungsgeld. Wir gehen in den Volkspalast, einer heimelig umgebauten Messehalle, die aktuell als Disco dient und als einziges zu überraschen wusste. In engen Gängen haben Schulkinder kleine Projekte gebastelt, Straße, Modellautos, Pappkartonhäuser. Das permanente Gedrängel zeigt seine Auswirkungen: Auf kleinen Kreuzungen stehen leere Limobecher, Kinder bedienen sich nach Herzenslust an den Spielzeugautos. Rucksäcke gehen verloren, manche mit ihrem kindlichen Träger. Hysterische REWE-Mitarbeiterinnen (hier alles Marktleiter) jaulen ihre grummeligen Kollegen an, die ihrerseits sind sehr beschäftigt mit Dingen Irschnwo musser doch steggn? - Mir doch egal! Also alles wie im Supermarkt.
Fluchtverhalten
Nichts wie raus, wir sind doch noch so jung. Doch am Eingang hielt der Kleinstfloh inne. Sirenengleich wartete dort die größte Verführung, deren ein Zweijähriger verfallen kann: Luftballons. Die diabolische Kodierung meiner Gene sorgte dafür, dass ich ihm diesen Wunsch nicht abschlagen konnte, also stellte ich mich an und beobachtete, wie ein stolzer Opa mit seinem Enkel, der das erste Lebensjahr noch nicht vollendet hatte, vor einer M&M-Figur postierte. Klein-Scheißerle fing erwartungsgemäß sofort zu schreien an. Von Null auf Hundert Dezibel in weniger als zwei Sekunden. Die Eltern wussten sicher, warum sie ihren Nachwuchs mit ihren Eltern auf den Event geschickt hatten. Doch nicht genug. In drei Metern Entfernung baute sich Oma mit ihrer Digitalkamera auf und wollte spaßige Bilder machen. Nur drehe disch doch ma um Klaus! Ja. Und in de Midde! Mache ma, dass dor Gleene lacht...
Und Opa machte. Er dreht das Kind zum roten M&M-Männchen hin, das bewegt sich, wackelt hin und her. 110 Dezibel. Hektik. Nu mach hin, siehst doch dass dor Gleene heuld! Mache ma was! Klar, wird der freundliche Inkompetenzling sich gedacht haben, Kommunikation ist alles! Na gugge ma! Sache ma Hallo! Hallo! Panische Blicke zu Xanthippe mit der Canon im Anschlag. Plötzlich beginnt die menschgewordene Schokolinse zu sprechen. Gesichter werden rot. Wir erreichen die 120. Dicke Finger werden ausgestreckt um Hände zu reichen - Was bei Eingeborenen und Conquistadoren geklappt hat, kann hier doch nicht scheitern! 130. Zu dumm dass damals die Einen die Anderen entweder erschossen oder verspeist haben! 135. Flugzeuge überqueren das GElände. Man kann sie nur sehen, nicht mehr hören. Blitzidee: Schnell umdrehen! Fotoserie machen! PHOTOSHOPPEN!
Kurz bevor das arme Kind platzt und wir ertauben, bekommen wir unseren Luftballon. Nichts wie weg! Gesprächsfetzen folgen uns wie giftige Gase ...die sin doch beglobbt, da stell ich mich doch nich an, ne Stunde hat de Margit vorhin gesacht, ne Stunde ham die beim Gesichterschmingn gewarded...Babbiii, ich will oche mal offs Gamel - Gamel geht nisch. Nimmstes Bonni?...da hatt de Annnanass nur n Euro gegosst, da habschglei zwee Düüdn mitgenomm...
Nein, ich werde nicht das geschärfte Richtschwert über dem Haupte des Prekariats zu Fall bringen, das ziemt sich erstens nicht und zweitens soll man bei am Boden Liegenden nicht nochmal nachtreten. Nur so viel: , nahmen dabei eine langgezogene Straße, an deren Rändern sich palisadenverbarrikadierte Kleingärten und ein ungastlicher Güterumschlagplatz befanden. Die Sonne schien. Kein Gäwwin, keine Schandall, weit und breit. Nur wir. Was für ein herrlicher Tag es doch noch wurde. Man sollte halt die Hoffnung niemals aufgeben - Einer muss sie ja haben.
