Wenn Du es baust, werden sie kommen

Freitag, 31. August 2007 ~ Kommentier mich...(2) ~ Twitter mich...

Zwei Blogeinträge, diverse Kommentare und eine tolle Lokalität: Mehr braucht es nicht, um ein erstes Bloggertreffen anzuschieben. Genügend Leute haben gestern geschafft, keiner hat am Ende geweint und jeder hat jemanden zum quatschen gefunden.

Interessant für mich war vor allem die Bandbreite der Anwesenden; es kamen lustige Blogger, junge Blogger, alte Blogger, Blogger die man gerne liest und jene, bei denen man nur die Überschriften kennt, Blogger die ungeahnt durch Persönlichkeit überraschten und von nun an sicher neue Besucher gefunden haben, Blogger mit Sendungsbewusstsein, Experimentalblogger, Multiblog-Blogger, Blogger die...

Fazit: Die Leipziger Bloggerszene ist weder cool, noch ausnehmend kosmopolitisch oder an der Spitze irgendeiner Trendsetterbewegung stehend; wir sind praktisch die Hobbits der Blogosphäre. Doch das ist in all seiner Unaufgeregtheit gerade richtig, hat man es so doch mit echten Personen zu tun und nicht mit gnadenlosen Selbstdarstellern, opportunistischen Kunstfiguren oder hypertrophen Geldverdienern.

Mensch 1.0 - Darauf kommt es am Ende nämlich an.

Ja, nee, is klar, ne...

Donnerstag, 30. August 2007 ~ Kommentier mich...(0) ~ Twitter mich...

Es gibt ja PR-Leute, die meine Einstellung zum Verhältnis von echter journalistischer Arbeit und Public Relations-Veröffentlichungen ohne Kenntlichmachung des Auftaggebers als antiquiert abtun. Das kann man machen, schließlich gilt der Grundsatz der Freien Meinungsäußerung auch für wenig fundierte Aussagen, vor allem wenn sie in so jovialer Weise getätigt werden.

Wird die Presse also zum bloßen Erfüllungsgehilfen von Wirtschaft und Interessenverbänden degradiert? Man könnte fast den Eindruck gewinnen. Die Süddeutsche Zeitung findet das auch höchst bedenklich: In einem Artikel prangert Hans Leyendecker den gleichen Missstand an und zitiert Ziffer 7 des Pressekodex.

Die Verantwortung der Presse gegenüber der Öffentlichkeit gebietet, dass redaktionelle Veröffentlichungen nicht durch private oder geschäftliche Interessen Dritter oder durch persönliche wirtschaftliche Interessen der Journalistinnen und Journalisten beeinflusst werden.

Es müsse "eine klare Trennung zwischen redaktionellem Text und Veröffentlichungen zu werblichen Zwecken" geben.

Aber wie schon vom Profi treffsicher angemerkt: Wahrscheinlich habe ich bloß keine Ahnung...

YaBt

Mittwoch, 29. August 2007 ~ Kommentier mich...(18) ~ Twitter mich...

Yet another Bloggertreffen: Donnerstag, 30. August 2007. Start ist um

20.00 Uhr im gfzk-Garten

Es gibt Sitzbänke und Liegewiesen sowie den Hei di-Kiosk, der bis 24.00 Uhr mit Speis und Trank zu versorgen weiss. Danke an den Ramschkasten-Mann für den Tipp!

Gehet hin und verbreitet das Wort. Und sucht im Garten einfach mein Gesicht.

Sportlerhochzeiten

Mittwoch, 22. August 2007 ~ Kommentier mich...(0) ~ Twitter mich...

Wenn sich zwei Menschen lieben und konsequenterweise beschließen zu heiraten, ist das für das Umfeld der Glücklichen eine echte Herausforderung. Es gibt Pros und Contras und jede Menge "Oh GottoGott" sowie "Ich dachte, der fragt sie nie". Grundsätzlich kann man hier zwei Gruppen unterscheiden: Es gibt da einerseits diejenigen, die sich ehrlich über die Hochzeit freuen. Denen gegenüber steht aber eine nicht unerhebliche Gruppe, die dann auch auf das Fest selber gehen. Ich gehöre seit meiner Läuterung zu Abteilung "Stiller Gönner, der nicht hingeht, es sei denn, das Paar liegt ihm wirklich am Herzen".

Der Grund dafür war meine erste Hochzeit. Ein ehemaliger Kollege heiratete 2000 seine Chat-Freundin. Neben mir und der Frisöse waren standesgemäß noch zirka 50 andere Personen eingeladen: Erbtanten und -onkel, Kollegen aus der Verwaltung, in der großen Internet-Börsen-Blase zu Kleingeld gekommene Freunde und deren Weibchen sowie der komplette Bowlingverein. Hessische Provinz vom allerfeinsten und wir beide als Quotenossis mittendrin.

Die Zeremonie vollzog man in einem pittoresken Schloss, das Wetter war gut und der Standesbeamte in Hochform, guter Dinge und voller Zuversicht den Fünf-Jahr-Plan an einem Wochenende zu erfüllen. Verlobte rollten im Akkord ins historische Gemäuer hinein, um zehn Minuten später als Ehepaar herauszukommen. Als sei dies aber noch nicht genug, warteten da schon die Gäste mit unglaublich originellen Spielen; Stoffbändchen sollten durchtrennt und mannshohe Herzen aus Bettlaken herausgeschnitten werden, Reis flog, ebenso Millionen Blütenblätter. Kurzum: Das Portal des Schlosses vermüllte in kürzester Zeit und aller vier Paare wiederholte sich der grausame Zyklus der oktroierten Gutlaune, denn mehr Events wollten sich im kollektiven Gedächtnis der Besucher nicht einfinden.

Doch sollte dies noch das kleinere Übel des Tages sein, denn nach dem "Ja" hieß es nun "Nu läschel doch ma Schandall!" - Im angeschlossenen Park fand ein strammer Durchgangsverkehr statt. Fotobewährte und -unkundige liessen die Brautleute kamasutragleich alle 253 Positionen einnehmen, um von jeder zwölf Aufnahmen zu machen. Alles musste aber rasend schnell geschehen, denn kaum dass sich die Fotobjekte plaziert hatten ("Gehen wir doch mal dahinner! Zu der Bank! An den Baum! An die Trepp!"), standen schon drei weitere Paare bei Fuß, um die noch nie dagewesene Idee des Brautpaares vor der Bank, dem Baum oder der Treppe fotografisch umzusetzen.

Ab hier verläuft es dann in alternativen Handlungssträngen. Während die Einen genug Chuzpe, Geld und Flexibilität haben, um der Verwandschaft den Rücken zu kehren und in die Flitterwochen nach Florida oder Kötzschenbroda zu verschwinden, bekommen die Anderen von ebendieser etwas zugeschossen und müssen daher bleiben. Unsere unumgängliche Feier fand in einem Rüsselsheimer Hotel statt, was noch gruseliger war als es hier klingt.

Zwar verhinderte die Parole "Harte Sache bezählt abbe jeda selba!" ein Inferno zwischen den Erbtanten, führte aber auch dazu, dass sich die anfängliche Verstocktheit der Bowlingkumpels ob des ungewohnten Terrains fortsetzte, was wiederum der Braut eine Menge Absagen einbrachte, als sie einen Tanzpartner unter den Gästen suchte. Musik war ja genug da, wenn man auf Wolfgang Petry & Co stand; der Schallplattenalleinunterhalter tat sein Bestes, was weniger war als nichts, und da er ein Kumpel des Brautvaters war, gab es alles zum halben Preis, Zoten inklusive. Der andere Schwiegervater hingegen war für die Abteilung Foto/Video zuständig und filmte mit einem Monstrum von Kamera seine Enkelbrigade, wie sie entweder mit Oma tanzte oder das Essen vom Tisch warf. Alles in allem also ein gelungener Abend in dem Kulturkreis, der Heinz Schenk zum Super-Star machte.

Und dann geschah, was immer passiert, wenn Erwachsene verschiedenster Schwundstufen zusammenkommen, es elektrisches Licht und Alkohol gibt und im Hintergrund Rex Gildo "Hossa!" ruft: Das Alter erzählte der Jugend, was diese nicht wissen wollte, worauf die Jungen sich schwörten, nie wieder auch nur den Hauch von Interesse an großväterlicher Histoire zu zeigen und sich seitdem am Telefon verleugnen lassen. Die Erbtanten befehdeten sich bis aufs Blut, weil die eine die andere nicht zum Sankt-Pipifax-Tag angerufen hatte. Mutti ermahnte Vati nicht so viel zu trinken, worauf Vati erwiderte, dass Mutti heute die Haare ganz besonders hübsch hat, nur um sich gleich darauf von ihr eine Ohrfeige einzufangen, weil er im Suff Muttis Tischnachbarin meinte. Und die nicht ganz so alten Frauen wurden auf die noch etwas weniger alten Männer scharf. In meinem Fall war das eine durchaus ansehnliche Ärztin, nicht mehr ganz taufrisch, aber noch deutlich weiter von der Rente als ihrer Approbation entfernt. Natürlich blieb das nicht verborgen und die Frisöse zog mir den Hosenboden stramm, obwohl jedwede Aktion von der Lüsternen ausging, ich also kaum mehr als ein Opfer war. Böse Welt. So gingen dann alle irgendwann heim und kannten sich am nächsten Morgen etwas mehr oder etwas weniger.

Vor kurzem war es übrigens wieder so weit, eine Hochzeit stand ins Haus. Und diesmal bahnte sich der Untergang des Abendlandes an, schrie die Dekadenz dem Spießertum ihr schallendes HARHAR ins Gesicht, nur um sich gleichzeitig mit ihm zu verbrüdern. Ihr ahnt es sicher: Es sollte eine Vermählung unter Ärzten geben, falsch, Ärzten unter Teilhabe von Erbtanten und -onkeln, Kollegen aus der Verwaltung, in der großen Internet-Börsen-Blase zu Kleingeld gekommenen Freunden und deren Weibchen sowie der komplette Golfclub. Unbewertet möchte ich kundtun, dass wir verhindert waren. So entgingen uns leider viele anregende Tischgespräche über Golf, Sportwagen, Golf, Karriereplanung im öffentlichen Gesundheitswesen und -nicht zu vergessen- Golf. So ein Pech aber auch.

Hochzeiten werde ich dennoch nicht verdammen. Vielleicht hatte ich ja bloß Pech, kann ja sein, dass nur heiratende Ballsportler so dröge sind. Mal sehen ob uns vielleicht mal ein echtes Reiterpaar (kein Polo!) einlädt. Da kann man wenigstens noch in den Stall gehen. Nur für den Fall, dass Bowler oder Ärzte anwesend sind.

Milchpreis-Erhöhung? Egal!

Mittwoch, 22. August 2007 ~ Kommentier mich...(0) ~ Twitter mich...

Frauenmilchsammelstelle

Die Verbraucher schlagen zurück!

Creative Commons LicenseValid XHTML 1.0 Transitional

Dieser Beitrag stammt von der Internetseite http://www.flohbu.de und wurde am 6. Juli 2009, um 22:28 Uhr ausgedruckt. Alle Inhalte unterliegen der Creative Commons Lizenz. Es ist Ihnen gestattet, das Werk zu vervielfältigen, zu verbreiten und öffentlich zugänglich zu machen. Zu den folgenden Bedingungen: