Praktikum 2: Warum bin ich so müde?
Dienstag, 27. Februar 2007
Der Staatsfeind Nummer Eins des Studenten ist ja der Wecker, vor allem der sechs Uhr klingelnde. Meinem Bio-Rhythmus gefällt das gar nicht. Während mich die Aufregung in den Klassen noch wach bleiben lässt, stellt sich am Nachmittag eine Mattheit ein, die mich in meiner Funktion als Chef-Hypochonder sofort an gesundheitliche Defekte glauben lässt. Bestimmt werde ich bald krank. Oder bin es schon. Tumor. Ja, irgendein Geschwür an der Fitnessdrüse, anders kanns gar nicht sein. In der Schule habe ich heute den ganzen Tag eine Klasse begleitet. Persönliche Erkenntnisse:
- 45 Minuten sind verdammt kurz. Ich als doppelstundengewohnter Student staune immer wieder darüber, dass die Stunde um ist, obwohl ich mich gerade erst hingesetzt habe.
- Die Jugend von heute (TM) kann uns Grund zum Optimismus geben. Auch wenn sie sich kaum länger als 30 Minuten im Unterricht konzentrieren können und wenn sie eine Sprache sprechen, die uns wie Bantu erscheint; die Kids sind weitaus erdverbundener, als man es von den pädagogischen Hardlinern der Stammtische ständig hört.
Best of:
Deutsch, 10. Klasse, Kurzvorträge, freies Thema. Die Schülerin klebt 6 Minuten an ihrem Blatt und liest eher schlecht und leise ab.
Lehrer: Sag mal, wie oft hast Du daheim den Vortrag trainiert?
Schülerin: Einmal.
Schwindle nicht!
Keinmal...
Gelächter in der Klasse, inklusive Lehrer und Vortragende... - Ethik, 8. Klasse. Antwort auf die Frage Was sind für dich starke Persönlichkeiten?: "Die Gewichtheberinnen auf Eurosport. Ich finde die aber nicht erotisch."
Geschichten aus Köpenick: Haltet den Dieb!
Sonntag, 4. Februar 2007
Gestern habe ich wieder einen Köpenicker-Auftritt gehabt. Mittlerweile sind auch die Warteprobleme vom Tisch, denn nach geschickter Kalkulation der Spielzeit fand ich heraus, dass es reicht, wenn ich so ziemlich genau 2 Stunden nach Beginn der Vorstellung in der Gaderobe bin. Warum ich das alles erähle? Weil mir das gestern meinen weltlichen Besitz gerettet hat. Doch der Reihe nach:
Als ich ankam, sah ich unseren Hauptdarsteller wild gestikulierend vor der Maske schimpfen. "Und da hab ich den auch noch gesehen! Ich dachte mir 'Nanu, wer ist das denn? Den kenn ich doch gar nicht?' Als der mich sieht, dreht der um und haut ab. Ich mir nix weiter dabei gedacht..."
In meiner Garderobe angekommen, erfahre ich den Grund für all die Aufgeregtheit: Während der Vorstellung des ersten Teils sind Diebe durch alle Garderoben gegangen und haben Brieftaschen, Uhren und Handies mitgehen lassen! Die Techniker haben sie wohl total geschröpft, bei den Schauspielern fehlt nur Vereinzeltes. Lediglich wir Statisten sind unbeschadet davon gekommen, da wir wie gesagt erst später erscheinen.
Beeindruckend war aber etwas anderes. Der Volksmund meint ja "There's no buisness like showbuisness!", und hat damit Recht. Als wäre nix passiert, spielten alle Beteiligten das Stück zu Ende - Keine schlechte Leistung, bedenkt man, dass es sich beim zweiten Teil um den humoristschen handelt. Zwar war das Timing nicht perfekt, das fiel aber nur denen auf, die wie wir das Stück bis auf die Knochen kannten. Und das Beste: Nach der Vorstellung hat die Polizei wohl schon Spuren feststellen können, denn bei irgendeiner Aktion muss sich einer der Schwerenöter verletzt und den Kollegen vom CSI:Leipzig eine Visitenkarte hinterlassen haben.
